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Claude Haiku 5.5 - Anthropics kleiner Bruder wird erwachsen
Anthropic hat Claude Haiku 5.5 vorgestellt — laut eigenen Angaben das günstigste, schnellste und fähigste kleine Modell, das das Unternehmen je released hat. Die Zielrichtung ist klar: hohe Volumen bei kostensensiblen Aufgaben wie Zusammenfassungen, Kompaktierungen, Datenbank-Queries und Klassifizierung. Als Subagent im Coding-Kontext soll Haiku 5.5 an der Seite von Opus 5.5 und Sonnet 5.5 arbeiten, und weil es zugleich Anthropics schnellstes Modell ist, eignet es sich für latenzkritische Szenarien wie Live-Support und Browser-Agenten.
75 Prozent günstiger als der Vorgänger
Der Preishammer: Im Schnitt kostet Haiku 5.5 rund 75 Prozent weniger im Betrieb als Haiku 4.5. Gleichzeitig zieht Anthropic die Preise weiter nach unten — die Cache-Reads von Sonnet 5.5 werden halbiert, was das Modell bei agentischer Arbeit etwa 20 Prozent verbilligt. Für Claude Max- und Team-Abonnenten gibt es zudem einen neuen monatlichen API-Credit, der den Bau eigener Agenten auf der Claude-Plattform fördern soll.
Benchmark-Sprung über eine Modellgeneration
Die Zahlen sind bemerkenswert: Auf GDPval-AA v2.1 steigt Haiku 5.5 von 735 auf 1620 Punkte und liegt damit klar vor GPT-6 Luna (1437). Auf OSWorld 2.1 für Computer-Use-Agenten erreicht es 72,4 Prozent (Haiku 4.5: 15,7 Prozent). Bei Humanity’s Last Exam ohne Tools kommt es auf 45,9 Prozent, mit Tools 57,4 Prozent — Werte, die noch vor Kurzem Frontier-Modellen vorbehalten waren. Terminal-Bench 4.0 für agentisches Coding: 39,2 Prozent.
Erstmals bringt Anthropic ein Haiku-Modell mit einstellbarem Effort-Setting — Nutzer können also selbst entscheiden, ob sie auf Kosten oder Intelligenz optimieren. Kleine Modelle sind damit endgültig keine Spielzeuge mehr, sondern vollwertige Werkzeuge für Produktionworkloads.
Link: Anthropic