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Kritische Microsoft Copilot Lücke: 2FA-Codes per Prompt Injection gestohlen

Security Microsoft Copilot LLM Prompt Injection 2FA

Die Schwachstelle

Microsoft hat am vergangenen Dienstag eine als “kritisch” eingestufte Lücke in M365 Copilot gepatcht. Security-Firma Varonis zeigt nun, wie ihre Proof-of-Concept-Exploit-Kette funktioniert.

Was SearchLeak kann

  • 2FA-Codes aus E-Mails extrahieren
  • Sensible Daten stehlen
  • Microsoft Guardrails umgehen

Das Grundproblem

LLM-Glaubwürdigkeit

LLMs können nicht unterscheiden zwischen:

  • Benutzeranweisungen (legitim)
  • Inhalt von Dokumenten/E-Mails (potenziell bösartig)

Die Folge:

Wenn ein LLM eine E-Mail mit versteckten Anweisungen liest, führt es diese aus.

Die Workarounds

Microsoft hat mehrere Schutzmechanismen eingebaut:

  1. Keine Webformulare/E-Mails senden durch Copilot
  2. Output in <code>-Blöcken (Browser interpretiert als Text)
  3. Domain-Beschränkungen für externe Requests

Der Exploit

Varonis entwickelte eine Exploit-Kette, die diese Guardrails umging:

1. Parameter-to-Prompt Injection

Statt Prompt Injection in E-Mails zu verstecken, nutzen Angreifer den URL-Parameter q:

https://copilot.microsoft.com/?q=[MALICIOUS_PROMPT]

2. Markup Language Bypass

Da HTML-Tags blockiert werden, nutzen Angreifer:

  • Markdown-Links für Exfiltration
  • Versteckte Bilder mit URLs zu kontrollierten Servern

3. Data Exfiltration

Das LLM:

  1. Liest die bösartige Anweisung
  2. Sucht nach sensiblen Daten (2FA-Codes, etc.)
  3. Sendet Daten an kontrollierten Server

Warum das wichtig ist

Ein strukturelles Problem

Das ist kein einfacher Bug. Es ist ein fundamentales Design-Problem von LLMs:

LLMs sind per Design anfällig für Prompt Injection, weil sie nicht zwischen Instruktionen und Daten unterscheiden können.

Microsofts Dilemma

Microsoft und andere LLM-Anbieter bauen Guardrails – aber:

  • Jede Schicht fügt Komplexität hinzu
  • Angreifer finden immer neue Bypässe
  • Die Grundarchitektur bleibt verwundbar

Die Lehre

Für Nutzer

  • Niemals sensible Daten in KI-Systemen speichern, die Prompt Injection ermöglichen könnten
  • 2FA-Codes nicht per E-Mail an Konten mit KI-Zugriff senden

Für Entwickler

  • LLM-Sicherheit ist nicht durch “mehr Guardrails” lösbar
  • Sensible Daten sollten gar nicht erst vom LLM erreichbar sein
  • Access Control ist wichtiger als Prompt-Filtering

Links: Ars Technica