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AI Engineer entschlüsselt Linear A mit Claude Code
Durchbruch mit Claude Code
Tom Di Mino, ein autodidaktischer AI Engineer und Hobby-Linguist, behauptet, das Unmögliche erreicht zu haben: Die Entschlüsselung von Linear A, einem bronzezeitlichen minoischen Schriftsystem, das Linguisten seit über einem Jahrhundert verwirrte.
Seine Erkenntnisse werden derzeit von Experten an der Rutgers University und Cambridge überprüft. Wenn sich die Entschlüsselung als korrekt erweist, wäre dies ein Erdbeben für die Linguistik - vergleichbar mit der Linear B-Entschlüsselung 1952, die die Titelseite der New York Times schmückte.
Claude Code als Forschungstool
Di Mino baute mit Claude Code eine Suite von Python-Skripten, die den digitalisierten Linear A-Korpus (aus den GORILA und SigLA Datenbanken) abfragen, querverweisen und organisieren. Dies ermöglichte systematische Hypothesentests in einem Maßstab, das manuell praktisch unmöglich gewesen wäre.
Der Durchbruch kam am 22. Mai 2026: Di Mino analysierte eine Reihe von Linear A-Gebetsinschriften, die einer Formel folgten. Er identifizierte ein unbekanntes Linear A-Zeichen “*301” als “na”, was den Verbstamm “nawaya” (bewohnen) entschlüsselte - ein Wort, das in hebräischen, akkadischen und anderen semitischen Sprachen existiert.
Semitischer Ursprung bestätigt
Di Minos Analyse zeigt, dass Linear A zu einer ausgestorbenen semitischen Sprache gehört - einem Vorläufer des biblischen Hebräisch, ähnlich wie Latein Vorläufer des Italienischen ist. Seine Forschung ergab:
- Vorgeschlagene Lesungen für 40 Schriftzeichen, darunter 13 mit zuvor unbekannten phonetischen Werten
- Ein Lexikon mit 408 Linear A-Begriffen, ins Englische übersetzt
- Ein 9-seitiges Manuskript-Entwurf mit dem Titel “Ya Diktu: Grammar of the Minoan Peak Sanctuary Libation Formula”
Besonders bemerkenswert: Di Minos Erkenntnisse zu Logogrammen in Linear A helfen angeblich auch, einige bislang ungeklärte Übersetzungsprobleme in Linear B zu lösen - was die Validität seiner Funde untermauert.
Was das bedeutet
Diese Geschichte demonstriert eindrucksvoll, wie KI-Tools wie Claude Code nicht nur für Softwareentwicklung nützlich sind, sondern auch neue Forschungsmöglichkeiten in der Linguistik und anderen Geisteswissenschaften eröffnen. Ein autodidaktischer Forscher kann jetzt Systeme bauen, die früher ganze akademische Teams benötigt hätten.
Ob Di Minos Entschlüsselung standhält, bleibt abzuwarten. Aber der Ansatz selbst ist ein Zeichen dafür, wie sich die Werkzeuge der wissenschaftlichen Arbeit verändern.