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OpenAI in Schwierigkeiten: Gericht drohen Sanktionen wegen verdeckter Beweise im NYT-Urheberrechtsstreit

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Im Urheberrechtsstreit zwischen OpenAI und der New York Times zeichnet sich ein schwerwiegender Skandal ab: OpenAI soll jahrelang kritische Beweise verheimlicht haben. Die NYT fordert nun “ernsthafte Sanktionen”.

Die Anschuldigungen

Laut einem Gerichtsantrag vom Donnerstag hat OpenAI über zwei Jahre hinweg das Gericht getäuscht – insbesondere über die technischen Fähigkeiten, ChatGPT-Logs zu durchsuchen. Die Wahrheit kam ans Licht, als das Gericht einen “schlecht vorbereiteten Zeugen” zur erneuten Befragung zwang: OpenAI-Privacy-Engineer Vincent Monaco.

Während seiner Aussage im April deckte er unbeabsichtigt auf, dass OpenAI bereits vor Prozessbeginn große anonymisierte Log-Stichproben durchsucht hatte – obwohl das Unternehmen stets das Gegenteil behauptete.

Die versteckten Samples

Die Enthüllung ist brisant: OpenAI verfügte über zwei bereits de-identifizierte Stichproben mit 10 Millionen und 78 Millionen Logs. Diese hätten den Klägern früh im Verfahren zur Verfügung stehen können. Stattdessen zwang OpenAI die NYT acht Monate lang, in einer “Sandbox” mit stark geschwärzten Logs zu suchen.

Doppelzüngige Argumentation

Besonders pikant: OpenAI hatte diese Samples bereits nach NYT-Inhalten durchsucht – als Teil der Forschung für einen Filter, der die Wiedergabe urheberrechtlich geschützter Inhalte blockieren sollte. Die Kläger argumentieren:

“OpenAI war bereit und in der Lage, seine Output-Logs zu durchsuchen – wenn es OpenAI nützte.”

NYTs Position

Ian Crosby, Hauptanwalt der NYT, stellt die Frage nach der Glaubwürdigkeit:

“Wenn OpenAI wirklich glaubte, dass das Kopieren unserer Journalismus-Inhalte fair und legal war, hätte es nicht die Wahrheit darüber versteckt, es getan zu haben.”

Für die NYT ist die Log-Suche der wichtigste Beweis – sie könnte zeigen, ob Nutzer systematisch Paywalls umgingen, indem sie ChatGPT aufforderten, Artikel wiederzugeben.

OpenAIs Gegenrede

Ein OpenAI-Sprecher nennt den Sanktionsantrag einen “späten Prozess-Versuch”, um mehr Logs zu erhalten und weitere Nutzer-Privatsphäre zu verletzen. Die kürzlich fallengelassenen Klagepunkte seitens der NYT deutet OpenAI als Zeichen eines “zerfallenden Falls”.

Die NYT widerspricht: Die Klage sei gestrafft und durch neue Ansprüche gegen Microsoft gestärkt worden, nicht geschwächt.

Was auf dem Spiel steht

Der Fall ist wegweisend für die Frage, ob KI-Training auf urheberrechtlich geschützten Inhalten als Fair Use gilt. Die verheimlichten Logs könnten OpenAIs Verteidigung ernsthaft beschädigen oder entlasten – je nachdem, was sie tatsächlich zeigen.

Gerichtssanktionen könnten OpenAIs Position im gesamten Verfahren schwächen und neue Beweisverpflichtungen nach sich ziehen. Das Urteil könnte Präzedenzwirkung für alle Urheberrechtsklagen gegen KI-Unternehmen haben.

Ausblick

Das Gericht muss nun entscheiden:

  1. Werden Sanktionen verhängt?
  2. Muss OpenAI die 80+ Millionen Logs vollständig freigeben?
  3. Wie beeinflusst das die Fair-Use-Entscheidung?

Bleibt spannend – der Prozess könnte einen entscheidenden Wendepunkt für KI und Urheberrecht markieren.

Quelle: Ars Technica