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Tailscale SSH: Kritische Sicherheitslücke ermöglicht Root-Zugang
Tailscale hat am 13. Juli 2026 zwei Sicherheitslücken veröffentlicht, darunter eine kritische Schwachstelle in Tailscale SSH (TS-2026-009), die Root-Zugang trotz ACL-Beschränkungen ermöglichte.
TS-2026-009: Unsichere Argumentbehandlung
Die Schwachstelle betraf Tailscale SSH vor Version 1.98.9. Das Problem: Tailscale akzeptierte Benutzernamen, die mit einem - (Bindestrich) begannen.
Auf Linux-Systemen wurden diese Benutzernamen an getent(1) übergeben, um die entsprechenden passwd-Einträge abzurufen. Dabei wurden sie als Flags interpretiert statt als Benutzernamen.
Der Angriff
Wenn ein Benutzer sich mit dem Benutzernamen -i verband, wurde dies als --no-idn interpretiert. getent gab daraufhin den gesamten passwd-Dateiinhalt aus – beginnend mit dem root-Benutzer.
Tailscale öffnete dann eine interaktive Root-Session, unabhängig von ACL-Policies.
# Beispielangriff:
ssh -i key -o User="-i" user@tailnet-node
Wer war betroffen?
- Nutzer von Tailscale SSH auf Linux-Hosts
- Insbesondere: Systeme, die
autogroup:nonrootACL-Beschränkungen nutzten
Die Schwachstelle umging die ACL-Policy komplett.
TS-2026-008: DoS durch malformed HTTP Requests
Eine zweite Schwachstelle (TS-2026-008) betraf Tailscale Serve und Funnel: Ein einziger malformed HTTP-Request konnte einen CPU-Core permanent auf 100% pinnen.
Der Bug: Tailscale durchlief den Request-Pfad aufwärts, erwartete eine Terminierung bei /. Bei Requests ohne führendes / lief die Schleife endlos weiter.
Für Tailscale Serve konnte der Request von jedem Tailnet-Peer kommen. Für Tailscale Funnel von jedem unauthentifizierten Host im Internet.
Was zu tun ist
Upgrade auf Tailscale 1.98.9 oder neuer – das schließt beide Lücken.
Die Fixes:
- TS-2026-009: Benutzernamen mit führenden Bindestrichen werden jetzt abgelehnt
- TS-2026-008: Der Path-Walk bricht bei nicht-absoluten Pfaden ab
Credits
Anthropic und Ada Logics haben beide Schwachstellen gemeldet.
Quelle: Tailscale Security Bulletins