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Warum KI-Firmen Angst als Marketing-Strategie einsetzen
Anthropic warnt vor “Claude Mythos” - einem Modell, das angeblich zu gefährlich für die Öffentlichkeit ist. Doch steckt mehr dahinter als nur Sicherheit?
Strategische Angst
KI-Unternehmen wie Anthropic und OpenAI setzen auffällig oft auf dramatische Warnungen vor den eigenen Produkten. Anthropic nennt sein neues Modell “Mythos” und warnt vor weltverändernden Folgen, falls solche Technologie in falsche Hände gerät. Kritiker sehen darin gezieltes Marketing.
Shannon Vallor, ETHik-Professorin an der University of Edinburgh, deutet die Taktik so: “Wenn man diese Technologien als fast übernatürlich gefährlich darstellt, fühlen wir uns machtlos.” Das lenkt von aktuellen Problemen ab - Datendiebstahl, Urheberrechtsverletzungen, Desinformation.
Die GPT-2 Parallele
2019 erklärte OpenAI, GPT-2 sei “zu gefährlich zum Veröffentlichen”. Monate später folgte die Veröffentlichung trotzdem. Sam Altman gestand später, die Befürchtungen seien “fehlgeleitet” gewesen.
Motive im Fokus
Der Effekt ist messbar: Dramatische Warnungen steigern die Aufmerksamkeit, katapultieren Aktienkurse und positionieren die Unternehmen als einzige Rettung vor der von ihnen selbst beschriebenen Apokalypse. Regulatoren sollen beiseite treten - nur die KI-Firmen selbst könnten die Technologie verantwortungsvoll entwickeln.
Fazit
Die Dystopie-Storyline ist Teil des Geschäftsmodells. Ob die tatsächlichen Gefahren proportional zu den Warnungen stehen, bleibt fragwürdig.