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AlphaGenome Atlas: DeepMind kartiert 9 Milliarden DNA-Varianten vor
Google DeepMind hat AlphaGenome Atlas veröffentlicht - eine Datenbank, die die regulatorischen Auswirkungen jeder möglichen Einzelbuchstaben-Mutation im menschlichen Genom vorab berechnet. Das sind rund 9 Milliarden Varianten, zusammen ein Datensatz von 1 Petabyte - mehr als 30-mal so groß wie die AlphaFold-Datenbank.
Was drinsteckt
- Molecular Predictions: Tausende Vorhersagen pro Variante über hunderte menschliche und Maus-Zelltypen, von Chromatin-Zugang bis Splicing.
- AVI-Score: Der AlphaGenome Variant Impact Score verdichtet die Vorhersagen von AlphaGenome und AlphaMissense in eine einzige Zahl - für kodierende wie nicht-kodierende Regionen (die 98 % des Genoms, die man kaum versteht).
- Feature Attributions: Jeder Score zeigt an, welche biologischen Prozesse (RNA-Splicing, Expression) gestört würden.
- DNA-Motive: Über 2.500 wiederkehrende Sequenzmuster inklusive Positionen.
In der Praxis
Das Broad Institute priorisierte damit Varianten für ungelöste seltene Krankheiten - und fand eine kritische Mutation im DNM1-Gen, die ein fehlerhaftes Splice-Site erzeugt. An der University of Exeter durchsuchte Gareth Hawkes ganze Genom-Daten von 54.000 UK-Biobank-Teilnehmern: Durch Gruppierung nach vorhergesagter molekularer Wirkung fand er 22 % mehr nicht-kodierende Assoziationen und lokalisierte 19 Regionen rund um den Body-Mass-Index.
Verfügbarkeit
Kostenlos für akademische Forschung über ein Web-Portal ganz ohne Coding-Skills, zusätzlich via API, als Skill in Google Antigravity - kommerzielle Nutzung über Google Cloud ist geplant. Die Idee dahinter erinnert an AlphaFold: Ein Modell, das jeder einzeln hätte anfragen können, wird durch Precomputation zum Massenwerkzeug.
Quelle: deepmind.google