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Anthropic ersetzt Git durch Scion - weil Claude zu viel Code merged

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Von 2.500 auf 30.000 Merges pro Tag

Anthropic hat sein internes Monorepo komplett von Git auf ein Eigengewächs namens Scion umgezogen – in fünf Monaten, mit einem Team von sieben Leuten. Der Grund: Seit Claude den Großteil des Codes schreibt, ist nicht mehr das Programmieren der Flaschenhals, sondern die Infrastruktur drumherum. Im Mai liefen rund 2.500 Merges pro Tag, im September über 30.000.

Die Zahlen sind absurd: Die Main-Historie wiegt fast 100 GB, eine komprimierte Arbeitskopie über 25 GB, und täglich gibt es rund 25 Millionen Checkouts für CI. Naiv per Git geholt wären das über 600 PB Traffic am Tag. Zwischenzeitlich betrieb Anthropic mehrere hundert Git-Mirrors, um das abzufedern.

Das Prinzip: Clients sind immer online

  • Agenten und CI-Jobs sind per Definition online – also macht der Server die Arbeit: Commits, Merges, Rebases, Blame, Diffs
  • Commits (“Changesets”) speichern nur geänderte Dateien plus Pointer in Blob-Storage, Refs sind eine Spanner-Zeile
  • Checkouts sind sparse bzw. virtualisiert, viele Jobs brauchen gar keine lokale Kopie mehr
  • Mehrstufige Caches mit über 99 % Hit-Rate

Ergebnis laut Anthropic: 200x weniger CPU/RAM als die alte Mirror-Infrastruktur, Checkouts in Sekunden statt Minuten, 25 % CPU-Ersparnis in der CI. Spannend auch die “Superfans”: Claude-Instanzen, die in eigenen Slack-Channels jeweils eine Komponente obsessiv überwachen.

Kritik: Mononoke lässt grüßen

Ex-Meta-Ingenieur Rain (sunshowers.io) wirft Anthropic vor, Scion sei stark an Metas Open-Source-Server Mononoke angelehnt – inklusive des Konzepts “Derived Data”. Dass Sapling nur am Rande und Mononoke gar nicht erwähnt wird, grenze an Plagiat. Anthropic selbst betont, Scion sei kein Git-Ersatz für Normalsterbliche und will stattdessen Ideen mit GitHub, GitLab und der Git-Community teilen.

Quellen: Anthropic Engineering · sunshowers.io