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ASCII Smuggling: Unsichtbare Unicode-Tags erobern den Spam-Untergrund
Eine Technik, die vor zwei Jahren als Stealth-Werkzeug für Prompt-Injection-Angriffe auf KI-Agents bekannt wurde, hat neue Besitzer: Spammer nutzen ASCII Smuggling, um Spam-Filter von E-Mail-Plattformen zu umgehen. Darüber berichtet Dan Goodin bei Ars Technica mit Zahlen von Microsoft.
Wie die Technik funktioniert
ASCII Smuggling nutzt einen Block von 128 Unicode-Tag-Zeichen, der einen Teil des ASCII-Standards fast perfekt abbildet - mit einem entscheidenden Unterschied: Die Zeichen sind für Computer lesbar, für Menschen aber praktisch unsichtbar. Das Tag-Zeichen U+E0041 steht etwa für “A”, U+E0061 für “a”. Ursprünglich wurden damit Schadinstruktionen in E-Mails versteckt, die LLMs verarbeiten: Das Modell liest die Anweisungen, der menschliche Leser sieht nichts.
Die neue Nutzung: Filter-Täuschung
Anfang Februar 2026 registrierte Microsoft einen massiven Anstieg: Die Täglich-Detectionen der ASCII-Smuggling-Signaturen in Microsoft Defender for Office sprangen von rund 21.000 auf über 1.3 Millionen - innerhalb von vier Tagen auf 2.5 Millionen. Die Flut hielt monatelang an und ebbte Mitte Mai stark ab.
Spammer betten Unicode-Tags ein, um Filter zu tauschen, die nach Text suchen: Dollarbetrage, das Wort “credit” oder “term” verschwinden in unsichtbaren Tags, bevor der Detector sie auswerten kann. Microsoft bringt es auf den Punkt: “Die Absicht ist invertiert, aber der Mechanismus ist ähnlich” - und die Verdachtslosigkeit des Nutzers bleibt gewährleistet.
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