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Ataraxos schlägt besten Stratego-Spieler der Geschichte - KI mit 16 GPUs statt Google-Rechenfarm
Schach gilt seit Deep Blue als gelöst, Go seit AlphaGo. Stratego aber widersetzte sich selbst DeepMind: 40 verdeckte Figuren, mehr als eine Dezillion möglicher Aufstellungen, Partien mit bis zu 2.000 Zügen und Bluffing als Kernmechanik. Ein Team von Carnegie Mellon, MIT, NYU und Stanford hat das Problem jetzt geknackt.
Ataraxos gegen Pim Niemeijer
Die KI namens Ataraxos traf auf Pim Niemeijer - vierfacher Weltmeister und über 600 Wochen auf Platz eins der Weltrangliste. Ergebnis über 20 Online-Partien: 15 Siege, vier Remis, eine Niederlage. Bei der Stratego-Weltmeisterschaft 2025 gewann das System zusätzlich 38 von 40 Partien gegen Besucher und veränderte danach nachweislich die Meta des Spiels.
Der Schlüssel ist ein zweites neuronales Netz, ein sogenanntes Belief-Modell, das aus dem Zugverhalten des Gegners dessen verdeckte Figuren abschätzt. Statt jede mögliche Anordnung durchzurechnen, sampelt Ataraxos plausible Setups und spielt Kandidatenzüge dagegen durch - ein Ansatz, den DeepMind 2022 noch für unpraktikabel hielt. Der Name kommt vom griechischen Wort für Gelassenheit: Die KI bleibt auch bei 2 Prozent Siegwahrscheinlichkeit methodisch und blufft sich zurück ins Spiel.
Für ein paar tausend Dollar
DeepMinds DeepNash trainierte auf 1.024 Google-Chips - laut Team heute 3 bis 4,5 Millionen Dollar wert. Ataraxos brauchte 16 GPUs für eine Woche plus 4 GPUs für vier Tage, lernte rund 34-mal effizienter (163 Mio. Self-Play-Partien) und schlug auch Weltmeister in Barrage-Stratego, Hanabi und Dou Dizhu. Publiziert in Nature (DOI: 10.1038/s41586-026-11036-y).
Quelle: Ars Technica