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Ben Evans: KI löst das Software-Problem nicht einfach ab, sie macht es dynamisch

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Benedict Evans legt in seinem neuen Essay nach, was generative KI mit der bestehenden Softwarewelt macht - und widerspricht dabei beiden Lagern gleichzeitig: denen, die AI als Software-Ersatz sehen, und denen, die sie als besseres Copilot-Feature verbuchen.

Weniger Software, mehr Automation

Der klassische Konzern steckt voller Software: horizontal Systems of Record wie SAP und Workday, hunderte vertikale SaaS-Apps und darunter die improvisierte Realität aus Excel, E-Mail, Tableau-Folien und der 10-MB-Tabelle, die heimlich eine Abteilung steuert. Evans erinnert an den alten Witz über Ingenieure, die eine Stunde ein Tool bauen, um 10 Minuten Arbeit zu sparen - und dreht ihn um: Mit AI dauert der Toolbau fünf Minuten, ohne Code, oder das Modell übernimmt die Aufgabe gleich selbst. Software wird dynamisch, generativ, formlos.

Die unbequeme Enterprise-Realität

Gleichzeitig bleibt Evans nüchtern: Fast jedes Unternehmen hat allen Copilot, ChatGPT oder Claude gegeben - eine kleine Gruppe nutzt es intensiv, eine größere gelegentlich, der Rest gar nicht. Der CEO blickt auf hunderte Workflows und fünf bis zehn Pilotprojekte und fragt, warum das nicht skaliert. Sein Fazit: AI in bestehende Workflows einzubauen ist enorm viel Arbeit - deutlich mehr, als nur Lizenzen auszuteilen. Der Chatbot wird selbst zum neuen Freeform-Raum neben Excel und E-Mail, der Aufgaben übernimmt - und auch wieder abgibt.

Original: AI, tools and transformation (Benedict Evans)