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Charlie Stross: Warum ich keine LLMs fürs Schreiben nutze
Science-Fiction-Autor Charlie Stross (Hugo-Gewinner, “The Atrocity Archives”) hat eine klare Position: Er nutzt keine LLMs für seine Arbeit. Nicht für Belletristik, nicht privat. Er nennt die Verkäufer dieser Tools “Grifter” und kritisiert scharf, dass LLMs durch massenhaftes Scraping urheberrechtlich geschützter Inhalte trainiert werden.
Klage gegen Anthropic
Stross ist Partei in der Sammelklage gegen Anthropic AI wegen Piraterie von E-Books zum Training ihrer Modelle. Sein Server wird regelmäßig von Botnets überflutet, die Daten für LLM-Training scrapen. Er vergleicht die AI-Firmen mit Einbrechern, die dir am nächsten Tag deine eigene Ware zurückverkaufen wollen.
LLMs als Werkzeug vs. Ersatz
Stross unterscheidet klar: Die zugrundeliegende Technologie (GANs, Bilderkennung, statistische Textanalyse) hat legitime Anwendungen. Er kann sich ein lokales, privates Tool vorstellen, das ein Manuskript analysiert und eine Szenen-Zeitlinie generiert – als Decision-Support, nicht als Ersatz fürs Schreiben. Aber Cloud-LLMs, die Prompts als Trainingsdaten schlucken, kommen für ihn nicht in Frage.
Bewusste Kritik an Struktur
Er räumt ein, dass LLMs beim Programmieren nützlicher sein können als bei Literatur – Programmiersprachen sind stärker begrenzt, lange Abhängigkeiten sind dort unerwünscht. Bei Literatur brauchst du aber genau diese langen Erzählstrukturen: “Die Waffe im 1. Kapitel muss im 3. Kapitel feuern.”
Eine pointierte, gut argumentierte Position von einem der profiliertesten SF-Autoren unserer Zeit.