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ChatGPT-Desktop-App schleppt ein komplettes LibreOffice mit sich herum

openai codex chatgpt desktop

Simon Willison hat beim Aufräumen seines ~/.cache-Ordners eine Kuriosität entdeckt: Die OpenAI Codex Desktop-App (mittlerweile in ChatGPT aufgegangen) installiert im Verzeichnis codex-primary-runtime gut 1,7 GB an Mitbringsel. Darin steckt nicht irgendwas, sondern gleich ein ganzes Software-Universum.

Was da alles drinsteckt

  • Eine komplette Python-Installation
  • Eine komplette Node.js-Installation
  • Native Binaries für Poppler (PDF-Verarbeitung)
  • Git
  • Das komplette LibreOffice - die Open-Source-Office-Suite, die 2010 von OpenOffice.org abspaltete

Der Clou liegt in der Struktur: Im Ordner plugins/documents finden sich Skills, die Codex erklären, wo es diese Binaries findet und wie es sie benutzt. Damit kann der Agent direkt auf dem Rechner Dokumente öffnen, konvertieren und bearbeiten, ohne dass der Anwender irgendwas installieren muss.

Warum das interessant ist

Das zeigt ziemlich deutlich, wohin die Reise bei Desktop-KI-Agenten geht: Statt sich auf das System des Nutzers zu verlassen, bringen die Apps ihre eigene Laufzeitumgebung mit - sandboxed, versioniert und kontrollierbar. Der Nachteil: 1,7 GB im Cache-Ordner, von denen die meisten Nutzer nie etwas erfahren werden. Wer Festplatte im Blick behalten will, sollte mal in ~/.cache/codex-runtimes nachsehen.

Für Agent-Frameworks ist das ein spannendes Blaupause-Beispiel: Skills plus gebündelte Tools statt fragiler Systemabhängigkeiten.

Link: Codex bundles LibreOffice (Simon Willison)