News

ChatGPT fälscht Signaturen echter New-Yorker-Cartoonisten

ai openai copyright ki-kunst

Eine Recherche von Nieman Lab zeigt ein unangenehmes Detail der OpenAI-Bildgenerierung: ChatGPT versieht generierte “New Yorker Cartoons” regelmäßig mit den echten Signaturen lebender Cartoonisten. Betroffen sind über 15 Namen des Magazins, darunter Brendan Loper (“BLOPER”), Emily Flake, Joe Dator und Pat Byrnes.

Wie es auffiel

Ein virales Cartoon über Dolly Parton und Tim Curry vor der Himmelstüre ging mit Lopers Signatur viral – gezeichnet hatte es aber ein Fan per ChatGPT-Prompt. Loper: “Mein Name ist mein Name. Es fühlt sich an wie eine Verletzung meiner Persönlichkeit.” Signaturen sind für Cartoonisten ein Echtheitszertifikat – ChatGPT fälscht genau dieses Siegel.

OpenAIs Reaktion

Nach Hinweis des Autors blendet ChatGPT eine Guardrail-Warnung ein (“ähnelt Inhalten Dritter”) – signiert die generierten Bilder aber weiterhin mit echten Künstlernamen. Condé Nast hat zwar 2024 einen Lizenzdeal mit OpenAI, dessen Vertragsbedingungen decken Cartoons aber ausdrücklich nicht ab. Cartoons bleiben im Copyright der Zeichner.

Einordnung

Juristisch ist eine Urheberrechtsklage schwer – ChatGPT imitiert Stil, kopiert kein konkretes Werk. Möglich wäre dagegen ein “Right of Publicity”-Verfahren wegen unautorisierter Namensnutzung. Derweil verdrängt KI bereits Arbeitsfelder: Die Baltimore Sun entließ ihren preisgekrönten Cartoonisten und veröffentlichte danach KI-generierte Karikaturen.

Link: Nieman Lab