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FBI fordert Echtzeit-Zugriff auf Kennzeichen-Scanner
FBI fordert Echtzeit-Zugriff auf Kennzeichen-Scanner
Die US-Bundespolizei FBI strebt offenbar einen nahezu Echtzeitzugriff auf das landesweite Netzwerk automatischer Kennzeichenleser (ALPR) an. Eine WIRED-Untersuchung deckte diese Woche auf, dass entsprechende Bestrebungen laufen, die den Zugriff auf Millionen von Standortdaten aller Fahrzeugbewegungen ermöglichen könnten.
Automatische Kennzeichenleser sind bereits heute an fast jedem größeren Straßeneck in den USA präsent. Die Geräte fotografieren jedes vorbeifahrende Fahrzeug, erfassen dessen Standort, Uhrzeit und speichern diese Daten in riesigen Datenbanken. Bisher benötigen Behörden für den Zugriff meist eine Anfrage an die jeweiligen lokalen Betreiber.
Die geplante Echtzeit-Integration würde diesen Prozess radikal beschleunigen. Statt auf Anfrage warten zu müssen, könnten Bundesbehörden wie das FBI direkten Zugriff auf Live-Datenströme erhalten. Die Implikationen für die Privatsphäre sind gravierend: Ein vollständiges Bewegungsprofil jedes amerikanischen Bürgers wäre mit einem einzigen Klick abrufbar.
Ein parteiübergreifendes Abgeordnetenpaar hat bereits Anfang der Woche einen Gesetzentwurf vorgestellt, der die staatliche und kommunale Nutzung von ALPRs für polizeiliche Personenüberwachung einschränken würde. Der Vorschlag wäre ein wichtiger erster Schritt, um die Ausbreitung dieser Technologie zu begrenzen.
Die Entwicklung zeigt, wie rasant sich Überwachungstechnologien ausbreiten und wie wichtig zivilgesellschaftliche Gegenwehr ist. Datenschutzschützer warnen seit Jahren vor den Folgen ungezügelter Standorterfassung - diese Woche wurden diese Warnungen erneut bestätigt.