Article
Google-Daten zeigen: KI automatisiert Weisskollar-Jobs nicht weg
15 Millionen Interaktionen analysiert
Google Research hat mit dem “AI & Economy ATLAS” eine Studie veröffentlicht, die 15 Millionen anonymisierte KI-Interaktionen aus Gemini App, AI Mode und Gemini API auswertet. Das Ergebnis fällt deutlich zurückhaltender aus als die üblichen Hype-Schlagzeilen: Die Forscher fanden keine Belege dafür, dass KI massenhafte Automatisierung und Verdrängung von Weisskollar-Arbeit bewirkt.
KI als Ergänzung, nicht als Ersatz
- Nur 21 Prozent aller Arbeitsaufgaben erreichten ein “nennenswertes” Gemini-Nutzungsniveau
- In 29 Prozent der Berufe wurde keine einzige Aufgabe relevant mit KI genutzt
- In weiteren 30 Prozent der Berufe betraf KI weniger als ein Viertel der Aufgaben
- Nur 3 Prozent der Berufe nutzen Gemini regelmäßig für drei Viertel ihrer Aufgaben
Die am stärksten betroffenen Berufe: Software-QA-Tester, HR-Spezialisten und Dokumentmanagement-Experten. Finanzanalysten, Entwickler und Systemadministratoren zählten zu den intensivsten Nutzern, während Verkäufer, Transport- und Servicekräfte kaum vertreten waren.
Kognitive Aufgaben dominieren
86 Prozent aller Gemini-Interaktionen betrafen kognitive Aufgaben – also solche, die primär aus Denken bestehen. Physische und zwischenmenschliche Aufgaben waren stark unterrepräsentiert. Selbst bei Handwerkern fand sich Nutzung: Industriemechaniker analysierten Maschinenfehlermeldungen, Automechaniker nutzten Gemini für Diagnose und Reparaturhinweise – häufig über Foto-Eingabe statt Text.
Fazit
Die Forscher schlussfolgern, dass KI derzeit primär als Komplement zu bestehender Arbeit dient. Ob sich das mit neuen Durchbrüchen ändert, bleibt offen – möglicherweise etablieren sich aber Arbeitsabläufe, die dauerhaft eine Komplementaritaet zwischen Mensch und KI bewahren.
Quelle: Ars Technica