News
Essay: Warum man KI fast nie für substantielles Schreiben einsetzen sollte
Erich Grunewald argumentiert in einem vielbeachteten Essay (ursprünglich vom 6. August, erneut hochdiskutiert), dass man LLMs fast nie für substantielles Schreiben nutzen sollte — weder Blogpost, Research-Report, Memo, durchdachte E-Mail noch Roman. Seine drei Begründungen:
1. Schreiben ist Denken
Paul Graham dazu zitiert: Über etwas zu schreiben zeigt meist, dass man es doch nicht so gut verstand, wie man glaubte — und die Hälfte der Ideen eines Essays entstehe erst während des Schreibens. Clara Collier ergänzt: Kein Teil des Schreibprozesses sei ohne Denken und Meinungsänderung denkbar. Ein LLM hingegen füllt die Gliederung einfach — es hinterfragt nie, ob die Gliederung selbst schlecht ist.
2. KI-Texte sind subtil falsch
AI-Schreiben sei vage und in schwer bemerkbaren Weisen falsch — genau der Fehlerklasse, die bei substantiellen Texten am meisten schadet.
3. Ungekennzeichnetes KI-Schreiben ist unhöflich und irreführend
Der Leser darf stillschweigend davon ausgehen, dass der Text die Gedanken des genannten Autors enthält.
Ausdrückliche Einschränkung: Grunewald ist kein KI-Gegner. Transkription, Datenanalyse, Recherche, Brainstorming, Feedback auf Entwürfe sowie Line- und Copy-Editing seien legitim — sofern ein Mensch jede Änderung bewusst akzeptiert oder verwirft. Sein Urteil gelte zudem nur für heutige Modelle.
Quelle: Why I Think You Should Almost Never Use AI to Write Anything Substantive