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100 Reaktionen auf 100 Lösungen - Mathematiker zwischen Staunen und Wut über OpenAI
Am 6. Oktober veröffentlichte OpenAI Lösungen zu einer ganzen Liste offener Mathematik-Probleme. Der Blog Proofs and Prompts sammelt seitdem Stimmen aus der Community – signiert nur mit Namen, ohne Institution oder Karrierestufe. Das Ergebnis ist ein seltenes Stimmungsbild einer Disziplin im Schockzustand.
Fassungslosigkeit
Gruppentheoretiker Xiaolei Wu beschreibt, wie er im Urlaub eine PDF bekam, in der “fast alle großen offenen Probleme” seines Fachs als gelöst markiert waren: Thompsons Gruppe F sei nicht amenabel, Eilenberg–Ganea falsch, Boone–Higman bewiesen. Er habe mit diesem Tag gerechnet – nur etwa ein Jahr später. Roman Sauer fand eigene Beweistricks in OpenAIs Lösungen wieder und ist schlicht “stunned”.
Scharfe Kritik
- Henry Wilton sieht offene Probleme als über Jahrzehnte gewachsene Ressource der Community, die nun ohne Vorwarnung “weggespült” werde. Kritikpunkte: keine namentlichen Autoren, keine Journal-Einreichung, keine Angaben zu Auswahl und Fehlerquoten.
- Macarena Arenas nennt vieles unverifiziert und schlecht geschrieben – ein Konzern, der Druck auf ein Wissensfeld ausübe.
- Henry Bradford sorgt sich um den Nachwuchs: Warum noch Jahre ins Handwerk investieren?
Einordnung
Die Beweise zu prüfen dürfte Monate dauern – dass das nötig ist, zeigte bereits der Rückzug von drei Manuskripten wegen eines Vorzeichenfehlers. Spannend ist der Tenor: Kaum jemand bestreitet die Leistung, umstritten ist, wie OpenAI sie in die Welt gekippt hat.
Quelle: Proofs and Prompts – 100+ reactions to 100+ solutions