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Niederlande beschlagnahmen 800 Server: Infrastruktur für russische Cyberangriffe neutralisiert
Was passiert ist
Die niederländischen Behörden haben am 18. Mai 2025 eine der größten Operationen gegen russische Cyberinfrastruktur durchgeführt. Mehr als 800 Server wurden beschlagnahmt und zwei Geschäftsführer von Hosting-Firmen verhaftet. Die Unternehmen MIRhosting und WorkTitans standen im Zentrum der Ermittlungen – sie hatten nach EU-Sanktionen gegen PQHosting die Infrastruktur für das pro-russische Netzwerk Stark Industries übernommen.
Bedeutung der Operation
Stark Industries tauchte kurz vor der russischen Invasion der Ukraine auf und wurde schnell zu einem der größten Lieferanten von Proxy-Diensten und Anonymisierungsdiensten für russische Hackergruppen. Nachdem die EU im Mai 2025 PQHosting und die Neculiti-Brüder sanktioniert hatte, transferierte Stark seine Assets zu WorkTitans, kontrolliert von einem niederländischen Unternehmen. Die Verbindungen zwischen den beteiligten Akteuren reichen bis 2008 zurück – zu einer Zeit, als Russland Georgien angriff und dieselbe Firma eine Website zur Koordination von Cyberangriffen hostete.
Auswirkungen
Die Operation zeigt, wie schwer es ist, sanktionierte Infrastruktur wirklich auszuschalten. Unternehmen können ihre Dienste einfach zu neuen juristischen Personen transferieren und in anderen Ländern weitermachen. Die niederländischen Behörden haben mit dieser Razzia jedoch ein wichtiges Signal gesetzt: Auch die Übernahme sanktionierter Infrastruktur wird strafrechtlich verfolgt. Für die betroffenen dänischen Behörden, die während der Kommunalwahlen 2025 mit DDoS-Attacken konfrontiert waren, ist dies eine späte Genugtuung.
Originalartikel: Krebs on Security