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Nikon Small World in Motion: Siegervideo wegen KI-Spuren disqualifiziert

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Der Fall

Beim 16. Nikon-Wettbewerb „Small World in Motion“ für mikroskopische Zeitraffer- und Videoaufnahmen hatte Dr. Ning Xu von der Tsinghua-Universität gewonnen. Sein Video zeigte schlagende Zilien in den Atemwegen eines Kindes mit primärer Ziliendyskinesie, einer seltenen Atemwegserkrankung. Inzwischen ist der Titel weg: Nikon hat ihn aberkannt.

Woran die Fälschung auffiel

  • Forschende bemerkten Auffälligkeiten bei Größe und Struktur der Zellen. Merkmale tauchten auf und verschwanden auf eine Weise, die in der Zellbiologie nicht vorkommt.
  • Ein Associate Professor der University of Florida sagte, Strukturen „poppen aus dem Nichts auf“. Das gilt als klassisches Anzeichen für KI-generiertes Video.
  • Der Doktorand Ian Donovan (UT Southwestern) fand im Quellbild ein Wasserzeichen, das auf KI-Erzeugung hindeutet. Zwei frühere Juroren äußerten ebenfalls Zweifel.

Xus Erklärung

In einem inzwischen gelöschten LinkedIn-Post räumte Xu den KI-Einsatz ein. Er habe damit nur Merkmale in rekonstruierten Graustufenbildern aus der Superresolution-Mikroskopie sichtbar gemacht. Video, Zilien und Bewegung seien nicht von KI erzeugt worden. Das Hervorheben von Strukturen sei im Wettbewerb üblich und erlaubt, meist aber per Färbung der Proben. Die beobachteten Anomalien erklärt seine Darstellung nicht. Das Rohvideo in Graustufen hätte die Zweifel ausräumen können.

Folgen

Nikon sah einen Regelverstoß und vergab den ersten Platz an Nguyen Nam Nhat aus Vietnam (Video eines Fadenwurms und eines Einzellers). Der Konzern will Regeln und Bewertungsverfahren überarbeiten.

Der Fall passt in eine Reihe: Schon 2022 gewann ein Midjourney-Bild bei der Colorado State Fair, 2023 folgten digiDirect und die Sony World Photography Awards. Neu ist, dass es diesmal um wissenschaftliche Bildgebung geht. Dort ist die Grenze zwischen erlaubter KI-Rekonstruktion und Fälschung schwerer zu ziehen, und ohne Rohdaten lässt sie sich kaum prüfen.

Quelle: TechSpot