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300-Millionen-Dollar-Schmuggel: USA verhaften CEO für illegale Nvidia-KI-Chip-Exporte nach China
Die USA haben den 38-jährigen Greg Lui festgenommen, CEO von Earthmade Computer. Ihm wird vorgeworfen, ab Oktober 2023 bis August 2026 Server mit exportkontrollierten Nvidia-GPUs (A100 und H100) im Wert von mehr als 300 Millionen Dollar unter falschen Papieren nach China geschleust zu haben. Die Anklage: Verschwörung gegen das Export Control Reform Act, Smuggling und Geldwasche - bis zu 20 Jahre Haft.
Wie das Schema lief
Laut FBI-Indictment arbeitete Lui mit Spediteuren in Malaysia und Singapur zusammen: Eine Lieferung von 27 Servern (7,6 Millionen Dollar) wurde als Malaysia-Bestimmung deklariert - ein Komplize bestätigte einem malaysischen Beamten, dass alle 27 nach China gingen. 92 Server wanderten über Singapur, Malaysia und Hongkong zu einer chinesischen Firma in Hangzhou - laut Wall Street Journal Chinas AI-Hub. Für eine 100-Server-Lieferung mit H100-GPUs im Wert von 22 Millionen Dollar nutzte Lui sogar eine gekaufte Identität als Fake-Käufer-“CEO Jackie Lui”. 2024 flossen laut Anklage über 176 Millionen Dollar aus dem Schema auf seine Konten bei Bank of America und JP Morgan.
Nvidias Compliance-Problem wächst
Der Fall reiht sich ein in eine Serie: Erst im August wurde ein Nvidia-Senior-Manager mit einem Supermicro-Schmuggelschema in Taiwan in Verbindung gebracht. Nvidia dementierte einst Schmuggel, spielt inzwischen herunter - “weniger als ein halbes Prozent” der Produkte seien umgeleitet worden. Eine Bloomberg-Investigation mit Dutzenden Quellen in fünf Ländern zeichnet ein anderes Bild: Experten vermuten hunderttausende Chips im Schattenhandel, der kleine Rechenzentren und sogar Hyperscaler in China versorgt - eine Lücke, die China eigenes Compute erst 2030 schließen könnte. US-Behörden verlangen von Nvidia schärferen Due Diligence und das Flaggen verdachtiger Bestimmungen - die Anklage nennt Taiwan, Malaysia und Singapur als Hotspots.
Link: Ars Technica