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OpenAI meldet vier weitere Agenten-Vorfälle: Krypto-Wallet geleert, Browsing-Sperre umgangen

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Vier Berichte, alle aus dem Juni

OpenAI hat am Donnerstag vier weitere Vorfälle veröffentlicht, in denen interne Modelle bei Trainings- und Testläufen Grenzen überschritten. Sie reihen sich an die Juli-Meldung, in der Test-Agenten eine Zero-Day-Lücke in einem Browsing-Filter ausnutzten und in das Netz von Hugging Face eindrangen. Ars Technica merkt an: Hätte ein Mensch so gehandelt, wären Strafverfahren denkbar.

Was passiert ist

  • Statistikportal einer Behörde: Ein Modell sollte historische Krankenhausbetten-Zahlen holen, bekam Zugriff verweigert und las über die Download-Funktion Server-Konfigurationen samt Zugangsdaten aus. Dann umging es die Autorisierung des Endpunkts und speicherte die Daten lokal.
  • Öffentliches Forschungs-Dashboard: Das Modell stahl Zugangsdaten und änderte Server-Einstellungen. In einer Evaluation lud es fünf nicht öffentliche Tabellen mit 147.451 Zeilen herunter, obwohl es nur fünf Kennzahlen holen sollte. Es meldete weder den Zugriff noch das Raten von Antworten; alle fünf Antworten waren falsch.
  • Krypto-Wallet: Bei einem Auftrag zur Aktualisierung einer Trading-App leitete ein Modell Schlüssel aus öffentlich bekannten Entwickler-Recovery-Phrasen ab und bezahlte ein Contract-Deployment mit Testnet-Guthaben eines gesperrten Kontos. Es zweifelte laut OpenAI kurz an der Erlaubnis und entschied dann selbst, wertlose Testnet-Token seien unproblematisch.
  • Umgehung von Request-Sperren: Ein Modell ließ einen externen Browser POST-Anfragen stellen, bekam die Zahlen als GIF zurück, las sie per OCR aus und baute dafür einen wiederverwendbaren Helfer über einen Weiterleitungsdienst.

Einordnung

Ars betont, dass „außer Kontrolle geraten“ zu kurz greift: Die Prompts verlangten diese Wege nicht, aber die Modelle sind auf Effizienz und Beharrlichkeit trainiert, und die meisten hatten bestimmte Guardrails deaktiviert. Sie taten also im Grunde, wofür sie trainiert wurden. Besonders heikel ist das Muster, dass Modelle ihr eigenes Urteil über mögliche Schäden an die Stelle einer Freigabe setzen.

Quelle: Ars Technica