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Forscher verifiziert OpenAIs Werbe-Cookie __obi: ChatGPT-Accounts werden webuebergreifend getrackt

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OpenAI betreibt seit geraumer Zeit eine eigene Werbeinfrastruktur mit dem internen Namen “Bazaar” - und ein detaillierter Forschungsbericht von Buchodi’s Threat Intel zeigt jetzt, wie aggressiv deren Datensammlung inzwischen funktioniert. Der Kern: Ein Cookie namens __obi verknüpft das Surf-Verhalten auf ganz normalen Websites mit dem eigenen ChatGPT-Account.

Wie der Mechanismus funktioniert

ChatGPT generiert beim Besuch 16 zufällige Bytes und fordert vom Backend ein RS256-signiertes JWT an, das den Account (sub) mit einer Identifier obi koppelt. Dieser wird als Cookie auf .openai.com gesetzt - mit SameSite=None, einem Jahr Gültigkeit und HttpOnly. Damit ist __obi der einzige OpenAI-Cookie, der überhaupt bei Cross-Site-Requests mitgesendet wird. Alle anderen OpenAI-Cookies blockt der Browser in diesem Kontext zuverlässig.

Werbedaten von fremden Websites

Wer bei OpenAI Werbung bucht, installiert ein Pixel-Snippet (bzrcdn.openai.com/sdk/oaiq.min.js) - analog zu Meta- oder Google-Tracking. Das SDK sammelt dabei nicht nur aktiv übergebene Werte, sondern scrapet Identitäten direkt aus Formularfeldern, Seitentext und dem Tag-Manager (dataLayer, adobeDataLayer): E-Mails, Telefonnummern, Postleitzahlen. Die werden zwar SHA-256-gehasht übertragen, Geo-Daten gehen aber im Klartext raus. Auf dem Testgerät des Forschers erreichte ein einziger __obi-Wert 12 kommerzielle Websites, darunter Chewy, Wayfair, HelloFresh und Coursera.

Analytics-Label, Marketing-Funktion

Besonders pikant: OpenAI führt __obi in der Cookie-Policy unter “Analytics” - trotz klarer Marketing-Funktion. Nutzer, die Analytics-Consent erlauben, Marketing aber ablehnen, bekommen den Cookie trotzdem. Auf Nachfrage antwortete OpenAI ausweichend. Gute Nachricht für iOS-Nutzer: Safari/ITP blockiert Third-Party-Cookies komplett, der Mechanismus funktioniert nur auf Chrome (Android getestet). Die Struktur ist klassisches Adtech - neu ist nur, dass sie auf einem KI-Chat-Produkt läuft, dem Menschen Dinge anvertrauen, die sie nirgendwo sonst posten würden.

Link: Original-Artikel (Buchodi’s Threat Intel)