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512-Bit-RSA geknackt: Forscher faktorisiert Root-Zertifikate einer CA aus den 90ern - mit Claude Code

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Matthew McPherrin hat die privaten Schlüssel zweier Root-Zertifikate einer Certificate Authority rekonstruiert - durch Faktorisierung ihrer 512-Bit-RSA-Schlüssel. Die CA stammt aus den 90ern, praktische Auswirkungen hat das heute keine. Die Methode dafür ist trotzdem lehrreich - und Claude Code spielte dabei eine tragende Rolle.

Wie er vorging

  • Archive-Mining: McPherrin lud alte Netscape- und Internet-Explorer-Installer von archive.org herunter und ließ Claude Code alle enthaltenen Root-Zertifikate extrahieren. Das Ergebnis hostet er als durchsuchbare Webseite.
  • Der Fund: Netscape 4.51 vertraute ab März 1999 zwei 512-Bit-Roots der längst untergegassenen kanadischen CA E-Certify - einen für SSL, einen für S/MIME. Selbst für damalige Standards zu schwach: RSA-155 (512 Bit) wurde noch im selben Jahr faktorisiert.
  • Die Faktorisierung: Mit CADO-NFS auf einem Ryzen 9 5950X dauerte es 32 Stunden für den SSL-Root und 29 Stunden für den S/MIME-Root. Beide privaten Schlüssel veröffentlichte er komplett - inklusive eines faktorisierten VeriSign-Test-Code-Signing-Roots aus IE 3.02.

Der Beweis

Um zu zeigen, dass die Schlüssel funktionieren, baute er (wieder mit Claude Code) einen alten TLS-Server in Go, der öffentlich gehostet wird und in einem Netscape 4.51 mit zurückgesetzter Uhr tatsächlich lädt - in modernen Browsern dagegen gar nicht. SSL Labs bewertet den Server mit F.

Einordnung

Kurz zuvor wurde RSA-260 mit 862 Bits faktorisiert - der größte bekannte Fall. 1024-Bit-RSA ist seit über einem Jahrzehnt deprecation, 2048 Bit gilt heute als Minimum, auch wegen künftiger Quantencomputer. Die Lektion: Schwache Schlüssel verrotten nicht, sie bleiben für immer angreifbar - und ein Desktop-PC reicht dafür längst.

Original: I’ve factored the RSA keys of a Certificate Authority from the 90s (mcpherrin.ca)