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Sechs Monate Code nur mit AI-Agenten geschrieben - ein Erfahrungsbericht

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Maisem Ali, Entwickler bei exe.dev, hat im Februar eine Regel aufgestellt: Kein Hand-Code mehr. Sechs Monate lang schrieb er ausschließlich mit AI-Agenten - Claude Code und OpenAI Codex. Sein Bericht ist eine ehrliche Bestandsaufnahme dessen, was funktioniert und was spektakulär scheitert.

Vom einzelnen Agent zum Schwarm

Die ersten Versuche mit einem Agent funktionierten, aber bei mehreren Agenten auf derselben Maschine traten Konflikte auf: belegte Ports, kollidierende Prozesse, gemeinsame Datenbanken. Die Lösung waren AGENTS.md-Dateien mit Anweisungen wie “nutze einen zufälligen Port” - aber jeder Konflikt fraß Kontext, den die Agenten für die eigentliche Aufgabe brauchten.

Die Evolution ging weiter über Container bis hin zu Linux-VMs, die in Sekunden hochfahren. Ein Startup-Skript, das ein Agent selbst schrieb, brachte eine frische VM in einen Entwicklungszustand: Toolchains, Repos, Claude Code, Codex - alles fertig. Der Laptop konnte geschlossen werden, die Arbeit lief weiter.

Was funktioniert - und was bricht

Ali betont: “Code-Review ist tot.” Bei exe.dev werden Code-Reviews nicht mehr gemacht - die relevanten Entscheidungen fallen vorher, im Design und in den Verdraegen. Wenn der Diff existiert, sind die Entscheidungen bereits gefällt. Verhaltens- und Vertragstests ersetzen Unit-Tests, die mit dem Code mitschwingen.

Die wichtigste Lektion: Das “lethal trifecta” von Simon Willison - private Daten, unzuverlässiger Content und externe Kommunikation in einem Agent. Jeweils zwei sind handhabbar, alle drei zusammen sind, wie Geheimnisse das Haus verlassen. Ali isoliert Umgebungen und überwacht Kombinationen statt Tools blind zu minimieren.

Ein Tool namens botd wurde komplett “vibe-coded” - kein einziges Code-Gelesen. Es funktionierte, wurde aber zu einem Legacy-Codebase, den niemand verstand. Als er zusammenbrach, lebten die Daten in SQLite weiter - ein anderer Agent analysierte sie einfach neu.

Quelle: exe.dev Blog