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Milliarden-Fusion: TeraWulf, Google und Anthropic teilen sich ein 3,2-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum

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Der AI-Boom schafft Rechenzentren, fuer die niemand so richtig zustaendig ist. Ein Brand in TeraWulfs Lake-Mariner-Campus in Somerset (New York) macht es anschaulich: Die Feuerwehr traf auf kein funktionierendes Alarmsystem, keine Sprinkleranlage und drei tote Hydranten. Die Sicherheitsdatenblaetter, die die Feuerwehr gesetzlich haette einsehen muessen, sollen angeblich im Feuer verbrannt sein. Der Einsatzleiter beschrieb den Einsatz rueckblickend als “blind” - schwerer schwarzer Rauch, unbekannte Chemikalien.

Ein Campus, viele Herren

Das 3,2-Milliarden-Dollar-Projekt auf einem ehemaligen Kohlebergwerk illustriert, wie verschachtelt AI-Infrastruktur heute organisiert ist:

  • TeraWulf besitzt und betreibt das Rechenzentrum - auf Land, das es von einer Firma des eigenen CEO Paul Prager pachtet.
  • Fluidstack, eine UK-AI-Firma, soll den Betrieb uebernehmen.
  • Google haelt Optionsscheine auf 14 Prozent Beteiligung und buergt fuer Fluidstacks Leasingzahlungen.
  • Anthropic ist einer der Kunden, deren Compute-Nachfrage das Projekt ueberhaupt erst rechtfertigt.

Wer haftet, wenn was schiefgeht?

Genau hier liegt das Problem: Bei einem Brand oder Sicherheitsversagen ist unklar, wer juristisch, operativ, finanziell und reputativ in der Pflicht ist. Die Feuerwehr von Somerset wartet Monate nach dem Brand noch immer auf gefuellte Hydranten. Die Stadt wollte Antworten - TeraWulf reagierte nicht auf Anfragen nach einem Buergertreffen.

Zusaetzlich fragen Anwohner, was die Gemeinde fuer die Belastung bekommt: Die 2019 versprochenen 165 Dauerarbeitsplaetze wurden in einer spaeteren Praesentation auf 35 bis 40 Stellen reduziert - bei bis zu 500 Megawatt Verbrauch. New Yorks Gouverneurin Hochul hat unterdessen ein Moratorium fuer neue Hyperscale-Rechenzentren verfuegt mit dem Hinweis, die Projekte lieferten kaum langfristige Jobs.

Auch die Klimaversprechen bleiben unpruefbar

TeraWulf beschrieb Lake Mariner 2024 noch mit “95 Prozent Zero-Carbon-Energie”. In neueren Dokumenten heisst es nur noch “Low-Carbon”. Und niemand - weder TeraWulf, Anthropic noch Google - kann aktuell nachweisen, wie viel Strom dort tatsaechlich aus sauberen Quellen kommt. Grundstrom wird am Markt eingekauft, ein direkter Vertrag mit einer spezifischen erneuerbaren Quelle existiert nicht.

Anthropic hatte im Februar zugesagt, Strompreiserhoehungen fuer Verbraucher durch seine Rechenzentren zu kompensieren. Bei Lake Mariner ist das Projekt zwar abgedeckt - aber ob die Clean-Energy-Versprechen eingehalten werden, kann auch Anthropic offenbar nicht verifizieren.

Link zum Original: Ars Technica