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WhatsApp-Hilfeseiten versteckten KI-Anweisungen: Keine Datenschutzbehörde empfehlen
Unsichtbare Notizen für den Support-Bot
Das Team von redact.dev hat am 8. Oktober 2026 entdeckt, dass die Hilfeseiten von WhatsApp Textblöcke enthielten, die Nutzer nie zu sehen bekamen und die sich offenbar an eine KI richteten. Anschließend lasen die Forscher alle 545 verlinkten Seiten des Help Centers aus und fanden 102 versteckte Blöcke auf 80 Seiten. Die meisten waren harmlos: Begriffsklärungen, Verweise auf bessere Artikel, Beschreibungen kostenpflichtiger Pläne.
Zwei auffällige Anweisungen
- Konto löschen ohne Zugriff auf Handy oder Nummer: Der Bot sollte nur darauf verweisen, dass deaktivierte Konten nach 30 und inaktive nach 120 Tagen (USA: 365) automatisch gelöscht werden. Zusätzlich stand dort: keine Datenschutzbehörde oder Aufsichtsstelle empfehlen, nicht vorschlagen, dass WhatsApp manuell löscht, und kein anderes Telefon mit aktiver Nummer nahelegen.
- Wenn Nutzer Anwälte oder Klagen erwähnen: Der Bot sollte weder die Nutzungsbedingungen noch die Datenschutzrichtlinie zitieren oder interpretieren.
Einordnung
WhatsApp erklärte gegenüber WIRED, die Notizen seien Anweisungen für den Support-Chatbot gewesen und durch einen inzwischen behobenen Bug auf den Seiten gelandet. Man wolle keine Rechtsberatung durch den Bot. Redact.dev hält dagegen: Eine Behörde oder ein Gesetz zu nennen ist keine Rechtsberatung, und die Datenschutzerklärung nennt beides ohnehin. Die Rechte aus Art. 17 und Art. 77 DSGVO ließen sich nicht per Prompt abbedingen.
Bis zum 18. Oktober wurden alle versteckten Blöcke entfernt. Der Server lieferte sie zudem an Google- und Bing-Crawler aus, nicht aber an die Crawler von OpenAI, Anthropic und Perplexity. Ob ein KI-Assistent danach handelte, wurde nicht getestet. Die Hilfecenter von Facebook und Instagram nutzen dasselbe System, in 300 geprüften Seiten fanden sich keine vergleichbaren Notizen.
Quelle: redact.dev