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Mit agent.md gegen den Code-Chaos: Wie eine Datei LLM-generierten Code produktionsreif macht
Fabien Sanglard, bekannt fuer seine Deep-Dives in Game-Engine-Internals, teilt seine Erkenntnisse aus knapp einem Jahr LLM-Coding: Anfangs produzierte der Code nicht mal kompilierbaren Output, spaeter wurde es besser – aber die Qualität war schlichtweg grauenhaft. Spaghetti-Code ohne Kommentare, ohne Struktur. Der Geschwindigkeitsvorteil ging komplett beim Aufräumen drauf.
Das Problem
- LLMs schreiben funktionierenden Code, aber oft ohne erkennbare Architektur
- Manualle Code-Reviews nach jeder Session sind extrem muehsam
- Dieselben Hinweise (“keine Magic Numbers”, “kürzere Funktionsnamen”) musste er immer wieder wiederholen
Die Loesung: agent.md
Sanglard entdeckte, dass Coding-Harnesses wie Claude Code oder Antigravity eine Datei namens agent.md laden und in den Prompt injizieren. Dort landen alle Style-Regeln:
- Keine Superlative, kein Lob – nur ehrliches Feedback
- Magic Numbers in Konstanten extrahieren
- Fruehe Returns statt tiefer Verschachtelung
- Funktionen unter 30 Zeichen Namen
- Enums statt Booleans als Parameter
- Private Members als Default, Sichtbarkeitsaenderungen nur mit Freigabe
- Strikte Layer-Hierarchie – keine “Punch-Throughs”
- Bei Bugfixes: erst Test schreiben, scheitern lassen, dann fixen
Context Dilution
Ein bekanntes Phaenomen (“Lost in the Middle”): bei wachsendem Kontext ignoriert das Model Anweisungen in der Mitte. Sanglards Gegenmassnahmen:
- Pro Feature eine neue Session starten
- Bei nachlassender Qualität
"Reload agent.md"anfragen
Sein Fazit: agent.md ist kein Magic Bullet. LLMs halluzinieren weiterhin und brauchen permanente Kontrolle. Aber der Fokus verschiebt sich von Code-Style hin zu Architektur und Design – und das ist ein massiver Gewinn.
Originalquelle: fabiensanglard.net: My agent.md to improve LLM-assisted code quality