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Armin Ronacher: Open Source vor und nach GitHub
Armin Ronacher, Schoepfer von Flask und Jinja2, veroeffentlicht einen ausfuehrlichen Rueckblick auf die Open-Source-Welt vor GitHub. Sein Fazit ist zugleich nostalgisch und kritisch.
SourceForge war das Zentrum
Vor GitHub lebten Open-Source-Projekte auf SourceForge, eigenen Servern oder in Collectives wie Pocoo. Ronacher erinnert sich: Man betrieb eigene Trac-Installationen, Subversion-Repositorien, Tarballs und Dokumentation auf selbst verwalteter Infrastruktur.
Wer Software veroeffentlichen wollte, wurde zum Teilzeit-Systemadministrator.
Die Ironie der Zentralisierung
Verteilte Versionskontrollsysteme wie Git und Mercurial sollten die Notwendigkeit eines zentralen Dienstes eliminieren. Stattdessen etablierte sich GitHub als massive zentralisierte Plattform fuer genau diese dezentralen Systeme.
Ronacher nennt das eine der grossen Ironien des modernen Open Source.
Was GitHub uns gab
GitHub machte Open Source inklusiver:
- Projekte erstellen und entdecken wurde trivial
- Pull Requests demokratisierten Beitraege
- Sichtbare Historie und Kollaboration wurden zum Standard
- Selbst aufgegebene Projekte blieben auffindbar
Die Fuehrung kuemmerte sich sogar um Verfuegbarkeit in sanktionierten Laendern - GitHub war Teil der sozialen Infrastruktur.
Was sich aenderte
Vor GitHub war ein Dependency mehr als ein Package-Name. Es war ein Projekt mit Geschichte, Website, Maintainer, Release-Prozess und Community. Man kannte die Namen, die Mailinglisten, wer Vertrauen verdient hatte.
GitHub und npm machten das Publizieren und Konsumieren von Code fast reibungsfrei. Die Anzahl der Projekte explodierte.
Der Blick nach vorn
Ronachers Essay endet nicht mit Loesungen, sondern mit Fragen: Was kommt nach GitHub? Wie bewahren wir das Archiv des Software-Commons? Wie koennen wir die Vorzuege von Zentralisierung mit der Resilienz von Dezentralisierung kombinieren?
Link: Before GitHub