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Ich designe mittlerweile mehr mit Claude als mit Figma
Ein Designer bei Jane Street beschreibt, wie Claude seinen Workflow revolutionierte. Was mit Skepsis gegenüber LLMs begann, wurde zum unverzichtbaren Werkzeug – und verdrängt Figma in vielen Bereichen.
Edwin Morris, seit Sommer 2025 bei Jane Street, war lange skeptisch gegenüber LLMs. Frühere Versuche mit Copilot und Cursor enttäuschten ihn. Doch bei Jane Street entdeckte er einen Workflow, der AI für das nutzt, wofür er nicht bereits Experte ist – und überraschenderweise auch für das, worin er am besten ist: Design.
Der neue Workflow: Prototypen statt Mockups
Anstatt Spec-Dokumente zu laboreieren, Figma-Mockups zu bauen und Proposals zu schreiben, erstellt Morris nun funktionierende Prototypen im echten Code.
Der Workflow:
- Feature beschreiben – was genau die Funktion tun soll
- Mit Claude iterieren – unbegrenzte Iterationen ohne Frustration
- Working Prototype – etwas, das tatsächlich funktioniert
- Refinement – Button-Platzierung, Keyboard-Shortcuts, Copy anpassen
Der entscheidende Vorteil: Der Prototyp im echten Codebase ist besser als Mockups in fast jeder Hinsicht. Teams können damit arbeiten, die UX persönlich testen, und das echte Artefakt verbessern – nicht Zwischenprodukte wie Figma-Komponenten.
Beispiel: JSQL mit LLM-Prompting
Morris erstellte einen Prototyp, der LLM-Prompting zu einem JSQL-Input hinzufügte (JSQL ist ein internes SQL-Dialekt bei Jane Street). Der Prototyp funktioniert tatsächlich. Tage lang lebte er damit, testete ihn:
- Submit-Button verfeinert
- Keyboard-Shortcuts hinzugefügt
- Copy optimiert
- Prompt angepasst
- Bestätigungsnachrichten generiert
Diese Workflow-Verbesserungen hätten in seinem vorherigen Job Tage oder Wochen an Design-Engineering-Back-and-Forth gekostet – oder wären einfach nie passiert.
Von Skepsis zur Abhängigkeit
In den letzten 2 Monaten ist die Nutzung von Figma drastisch gesunken. Eine Kombination aus verbesserten Modellen, eigener Fertigkeit im Umgang und sorgfältiger Auswahl des richtigen Scope macht AI nun auch für große Aufgaben funktional:
- Mehrere Prototypen mit 2000+ Zeilen-Diffs
- Interaktive Prototypen für neue Apps
- Bei manchen Apps wird Figma komplett übersprungen – visuelles Design direkt mit Claude iteriert
Die Challenge: Design-Review
Downside: Reviewer erhalten ein fertig gebackenes Feature. Haben sie dann noch Input? Morris’ Lösung:
“Prototypes are living proposal docs. The code is disposable. A reviewer’s job is to give feedback about design and user experience.”
Reviewer übernehmen die Idee und implementieren sie in einem separaten Feature, referenzieren den Prototyp, besitzen aber den Production-Code.
Fazit
Morris vergleicht es mit der “Should Designers Code?"-Debatte von 2011. Kritiker argumentierten, dass Programmierung große Änderungen weniger wahrscheinlich macht. Mit LLMs – particularly Claude – ist er zurück im Medium, arbeitet wieder am echten Ding.
“I feel more free than ever to just try things.”
Quelle: Jane Street Blog