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Ein Prompt, sechs Stunden - Opus 5.5 vs. GPT-6 Astra beim Design-Oneshot
Piotr Migdał von Quesma hat ein schönes Experiment gemacht: Wie gut sind aktuelle Frontier-Modelle bei interaktiver Visualisierung – nicht bei Landingpages, sondern bei echtem Design? Als Testobjekt dienten Italo Calvinos Die unsichtbaren Städte, 55 poetische Städte, die je einen Gemütszustand verkörpern.
Der Prompt
Bewusst minimal: Eine three.js-Visualisierung (pnpm) aller Städte bauen, keine Rückfragen, „du hast sechs Stunden, nutze sie, bis es ein Meisterwerk ist".
Die Ergebnisse
- GPT-6 Astra in Codex: 53 Minuten auf Medium-Effort, ca. 10 Dollar API-Kosten. Funktioniert end-to-end, aber mit typischem „AI-Slop": überflüssige Konzepte, Erklärtexte im Captain-Obvious-Stil – und kurioserweise im Beige-Look, den man eher von Claude kennt.
- Claude Opus 5.5 in Claude Code: Behauptete, die Hälfte der Zeit genutzt zu haben, brauchte real aber nur 1 h 25 min – mit sechs parallelen Subagents (zusammen ca. 7 Agent-Stunden) und rund 74 Dollar Tokenkosten. Das Ergebnis: eine nächtlich beleuchtete 3D-Stadt, die den Autor nach eigener Aussage „verzaubert" hat.
Was man mitnehmen kann
Der Test zeigt, dass offene Langläufer-Prompts mit Zeitbudget inzwischen brauchbar sind – Modelle halten sich aber nicht zwingend an die Vorgabe. Beide Ergebnisse samt Code liegen auf GitHub, Migdał lädt ausdrücklich dazu ein, denselben Prompt mit anderen Modellen und Harnesses zu wiederholen. Ein netter, reproduzierbarer Benchmark für eigene Agent-Setups.